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Aus dem Forum

Elise aus Meckpomm:
Juni 2008

Liebe Leser unseres Briefes,

Wir, mein Mann und ich, haben diese Internet-Seite über das Buch "Erotische Laktation" von Herrn Schöbl gefunden, das für uns geradezu eine Offenbarung war. Und jetzt freuen wir uns um so mehr, weil es offenbar recht viele Ehepaare wie uns gibt, bei denen die Frau ihren Mann stillt.

Mein Mann und ich gehen beide auf die 70 zu. Wir sind seit 1961 verheiratet und noch immer verliebt wie am ersten Tag. Und wir beide haben nicht den mindesten Zweifel, daß unser gemeinsames Glück mit dem Stillen zu uns gekommen ist. Mein Mann hatte am Anfang unserer Ehe (er war Bibliothekar) den Auftrag bekommen, alte Buchbestände seiner Bibliothek zu sichten, die in einem Lagerraum aufgestapelt waren. Meist waren es wohl noch Bücher, die seit Anfang des Kriegs oder sogar schon früher dort gelagert waren. Und bei dieser Gelegenheit fand er das Buch "Glücks-Ehe" des Herrn Buttenstedt. Dieses Buch wurde trotz all seiner Schwächen wirklich der Schlüssel zu unserem Glück. Uns faszinierte beide die dort beschriebene Idee, daß die Frau zu jedem Zeitpunkt Milch für ihren Mann bekommen kann, und vor allem wie das zu bewerkstelligen ist (wer weiß das schon). Man frage mich nicht, ob ich selbst leicht Milch bekommen kann oder ob wir einfach mit dem rechten Eifer bei der Sache waren, aber die ersten Tropfen hatte ich damals schon nach einer Woche und dann wurde es stetig mehr. Unsere Kinder kamen übrigens erst später! Das Stillen war stets unser wohlgehütetes Geheimnis, aber gerade in der Anfangszeit hätten wir uns so gerne auch anderen mitgeteilt. Gemerkt hat es auf jeden Fall die ganzen Jahre über niemand, auch der Frauenarzt nicht. Man darf ja nicht vergessen, daß die Zeit damals sehr viel prüder war als heute.

Unsere einzige Schwierigkeit waren einige Zwangstrennungen. Vor allem in der Armeezeit (DDR) meines Mannes wäre mir die Milch wohl versiegt, wenn ich meinen Mann nicht häufiger besucht hätte. Zum Glück war er nicht allzu weit von unserer Wohnung kaserniert worden, sodaß ich in vielleicht 2 Stunden dort sein könnte. Also ich bin selbstverständlich nicht hingefahren, um ihn zu stillen, sondern um bei ihm sein zu können. Aber natürlich haben wir immer Gelegenheiten gesucht und gefunden, um miteinander alleine sein zu können. Vor allem in den Urlauben haben wire es aber geschafft, die Milch wieder richtig zum Fließen zu bringen. Die Tennung von Ehepaaren ist einfach etwas Unanständiges. Als mein Mann später noch zweimal zur Reserve geholt wurde, war es dagegen kein Problem, den Milchfluß zu erhalten, ich mußte nur zwischendurch immer wenig eine kleine Menge abpumpen (mit den Händen, nicht mit der Pumpe, so etwas hatten wir gar nicht) und als mein Mann wieder da war, war ich in der Lage, in ganz kurzer Zeit wieder die gewohnte Menge Milch zu geben.

Für uns hat das eheliche Stillen schon immer etwas, das mancher sicherlich religiös nennen würde oder doch zumindest weltanschaulich. Ich will damit niemanden behelligen, es ist unsere eigene Welt und es sind unsere ganz eigenen Erfahrungen. Aber vielleicht hat jemand ganz ähnliche Gedanken. Wir sind jedenfalls beide ganz fest der Überzeugung, daß das Stillen des Ehemanns als ehelicher Akt ein Geschenk der Natur ist. Man kann das Geschenk wie so vieles ablehnen oder annehmen. Aber wenn man es annimmt, wird man wirklich glücklich miteinander, und das ist es, was Herr Buttenstedt vor 100 Jahren bewogen hat, das Wort "Glücks-Ehe" auszuwählen. Ganz richtig hat Herr Schöbl in seinem Buch die Frage aufgeworfen, warum die weibliche Brust bei den Menschen einen so hohen Stellenwert hat und warum die Menschenfrau im Gegensatz zu den Tieren gleich mit der Geschlechtsreife Brüste bekommt und warum sie nicht wie bei den Tieren nach den Stillzeiten wieder verschwinden. Warum soll es nicht so sein, daß die Brüste für den Mann da sind, was wäre schlecht daran? Ich jedenfalls glaube, daß es so ist und gebe meinem Mann gerne meine Milch, ihm, der mir in all den Jahren in schlechten und guten Tagen treu geblieben ist und mir ein so glückliches Leben geschenkt hat. Wenn meine Brüste ihm Glück schenken und meine Milch ihm Kraft und Gesundheit gibt, dann bin ich dankbar, daß ich ihm dies geben kann. Und ganz davon abgesehen genieße ich das Stillen ja auch selbst.

Ich hoffe, daß wir niemanden mit unserem Brief gelangweilt haben,
mit ganz herzlichen Grüßen an alle stillenden Ehepaare,
Eure Elise und Mann